Interview mit Prof. Florian Thalhammer: „Mein Ziel: ganz klar, das erste Haus am Platz werden“
Foto: feelimage Matern
Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer hat die Leitung des Programmkomitees übernommen. Der erfahrene Fortbildungsorganisator („Giftiger Dienstag“ und „Innere Medizin compact“) bringt frische Ideen ins Billrothhaus. Welche Akzente er setzen möchte, erzählt er im Interview.
Sie sind seit kurzem neuer Leiter des Programmkomitees der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Was hat Sie motiviert, diese Funktion zu übernehmen? Meinen „Giftigen Dienstag“ gibt es seit mehr als dreißig Jahren, die „Innere Medizin compact“ seit rund zwanzig Jahren. Fortbildung hat mir immer Spaß gemacht und ich denke, das kann ich inzwischen ganz gut. Als mich Präsident Agneter, den ich ebenfalls seit vielen Jahren kenne und mit dem mich auch gemeinsame hochschulpolitische Aktivitäten verbinden, gefragt hat, habe ich daher spontan zugesagt.
Welche Erfahrungen möchten Sie in die Programmgestaltung der Gesellschaft einbringen und welche Schwerpunkte wollen Sie setzen? Erfahrungen habe ich reichlich und eines ist klar: Auch Fortbildung muss man „verkaufen“. In einem breiten Angebot gilt es, sichtbar zu sein und die Kolleginnen und Kollegen davon zu überzeugen, dass die Fortbildungen der Gesellschaft der Ärzte die besten sind. Das bedeutet, spannende Themen klar auf den Punkt gebracht anzubieten. Anders als beim „Giftigen Dienstag“ oder bei „Innere Medizin compact“ ist hier – mit Blick über den Tellerrand – die ganze Medizin abgebildet.
Gibt es Themen, Veranstaltungsformate oder Kooperationen, die Sie weiter ausbauen oder neu etablieren möchten? Das Billrothhaus ist breit aufgestellt. Mein erster Schritt ist daher, das Haus und das bestehende Angebot genau kennenzulernen, um darauf aufbauen zu können. Nur „me-too“ wird nicht ausreichend sein.
Eine zentrale Herausforderung wird auch die Finanzierung sein – ohne Geld ka Musi. Langfristige Partnerschaften mit Sponsoren wären wünschenswert, sind aber angesichts zunehmend knapper Budgets nicht einfach. Wahrscheinlich wird man frei von Berührungsängsten hier auch neue Wege beschreiten müssen. Man wird nicht päpstlicher als der Papst sein dürfen, daher wird Transparenz wichtig sein.
Zum kommenden Sommersemester: Auf welche Highlights darf man sich besonders freuen? Es wird eine Fortbildung zu „Fake News und Mythen in der Medizin“ sowie eine zum Thema „Fastenzeit“ geben. Schon an den Titeln erkennt man, dass es mein Ziel ist, Kolleginnen und Kollegen „hinter dem Ofen hervorzulocken“. Da die Veranstaltungen hybrid sein werden, sollten viele Kolleginnen und Kollegen erreicht werden können. Auch wenn Fortbildungen heutzutage (leider) primär als Webinare stattfinden, was die Reichweite erhöht, haben Präsenzveranstaltungen ihren Reiz. Der fachliche Austausch untereinander ist sicher besser und das prachtvolle Ambiente des Billrothhauses ist ein zusätzlicher Anreiz, persönlich zu kommen.
Können sich Interessierte aktiv einbringen oder Themenvorschläge einreichen? Ich bin immer dankbar für gute Ideen zu spannenden Themen. Bei allen meinen Fortbildungen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, Anregungen, Vorschläge und Wünsche zu äußern.
Wo sehen Sie das Fortbildungsangebot der Gesellschaft der Ärzte in den nächsten Jahren? Na ja, ganz klar, das erste Haus am Platz zu werden.